Ein großartiges Fest stellten die Organisatoren im Glarnerland auf die Beine und zogen von Freitag bis Sonntag rund 500'000 Besucherinnen und Besucher auf den Flugplatz nach Mollis. Viele blieben das ganze Wochenende und campierten auf den nahe gelegenen Campingplätzen oder hatten eine Unterkunft in der Nähe.
Aus sportlicher Sicht war es ein sehr spannender Anlass. So ein ausgeglichenes Teilnehmerfeld gab es schon lange nicht mehr, die Nordostschweizer Schwinger setzten von Anfang an dem Fest den Stempel auf. Nach dem ersten Tag führte der St.Galler Werner Schlegel das Feld mit 4 Siegen an, dabei konnte er die Topfavoriten Pirmin Reichmuth und Fabian Staudenmann auf den Rücken legen. Nach 7 Gängen lagen gar 3 Ostschweizer an der Spitze und das Eiteilungskomitee hatte die Qual der Wahl. Sie entschieden, dass sich Werner Schlegel und der Thurgauer Samuel Giger für den Schlussgang qualifizieren. Für Armon Orlik aus Maienfeld reichte es nicht für den Schlussgang, er wurde im letzten Gang gegen den Zuger Eidgenossen Pirmin Reichmuth eingeteilt. In einem offensiv geführten Zweikampf setzte sich Armon Orlik auf eindrücklich Art und Weise durch, er zerrte seinen Gegner am Boden auf und konnte diesen am Ende in der Beinschere platt ins Sägemehl betten. Dadurch erhielt Armon die Bestnote 10.00 und es war damit bereits klar, dass er sicherlich zum Erstgekrönten ernannt wird. Die 56'500 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Arena waren nach diesem Kampf völlig euphorisch und bejubelten den Bündner in vollen Zügen. Dann kam es zum Höhepunkt des ESAF 2025, der Schlussgang zwischen Schlegel und Giger. Die beiden Schwinger betraten den Sägemehlring und die Spannung war in der Luft spürbar. Da sich die beiden aus vielen gemeinsamen Trainings sehr gut kennen, neutralisierten sich lange Zeit. Erst in den letzten Minuten gab es einige gute Angriffsversuche, doch niemand fand ein Rezept, um seinen Gegner zu bezwingen. Der Schlussgang endete gestellt und der Stadion Speaker verkündete, dass Armon Orlik neuer Schwingerkönig sei. Ein absolut verdienter König welcher seinen ersten Eidgenössischen Wettkampf gewinnen konnte.
Für den einzigen Vertreter des Schwingklub am Albis, Marco Nägeli aus Mettmenstetten, war das Eidgenössische ein voller Erfolg. Er konnte sich mit einem Sieg, gegen Dario Gerber, zwei Gestellten und einer Niederlage für den Sonntag qualifizieren. Leider musste Marco am Sonntag nach 2 verlorenen Gängen, den Gang unter die Dusche antreten. Dennoch darf er stolz auf seine Leistung sein.
Für die weiteren Schwinger aus dem Kanton Zürich gab es einen Kranz zu bejubeln. So holte sich der Zürcher Oberländer Fabian Kindlimann seinen zweiten Eidgenössischen Kranz mit 4 Siegen 3 Gestellten und einer Niederlage. Besonders bitter war das Fest für Samir Leuppi. Er galt vor dem Fest zur erweiterten Spitze und konnte auch sehr lange an der Spitze mithalten. Nach einer Verletzung musste er aber nach dem siebten Gang den Wettkampf aufgeben.
Wir blicken auf ein großartiges und friedliches Fest zurück, und freuen uns bereits jetzt, auf das nächste Eidgenössische Schwing und Älplerfest, welches 2028 in Thun stattfinden wird.
Text von Nico Vollenweider
Bild: Stephanie Lanter
Bildbeschrieb: Marco Nägeli (links) im dritten Gang gegen David Scheuner








